Konfokale Lasermikroskopie und geographische Informationssysteme bei Untersuchungen der Zahnmorphologie Jukka

Jernvall und Lena Selänne

Zusammenfassung

Computereinsatz hat die Benutzung neuer analytischer Techniken erlaubt, während die Art und Methode der Datenerhebung weniger Veränderung erfahren hat. Bei Zähnen beruhen die meisten analytischen Methoden auf Landmarkdaten, die einfach erhoben werden können. Die Wahl der Landmarks kann aber das Forschungsziel auch begrenzen, weil Entscheidungen über die Datenerhebung vor der Erfassung der Landmarks getroffen werden müssen. Hier stellen wir eine Methode zur Erfassung und Analyse von Zahnkronen kleiner Zähne vor, bei der nahezu kein Verlust der Forminformation auftritt. Kunstharzabgüsse mit Eosin Kleber werden in Intervallen von 25-250 Mikrometern Dicke mit Hilfe eines konfokalen Lasermikroskops und Fluoreszenzdetektion optisch geschnitten. Alternativ können Originale von rezenten Zähnen oft im reflektierten Licht optisch geschnitten werden. Hochauflösende digitale Höhenmodelle (DEM) der Zahnkronen werden mit der "3D-View" Version der NIH-Image Software (MacOS) erzeugt. Digitale Höhenmodelle können in Geographische Informationssysteme (GIS) transferiert werden, ebenso wie sie von Computerprogrammen zur Oberflächendarstellung interpretiert werden können. Alle traditionellen morphometrischen Messungen sind aus DEM erhaltbar. Allerdings können die gesamthaften Formdaten (d.h. die DEM) vor der Auswahl sinnvoller Messungen mit dem GIS erkundet werden. Darüber hinaus, weil die DEM in einer Museumsdatenbank für Zahnmorphologien gespeichert werden können, kann die dreidimensionale Morphologie dezentral auf dem World Wide Web zugegriffen werden, womit der Bedarf für Besuch und Ausleihe bei Museen reduziert wird. Die konfokale Abtastung ist für grosse Proben kleiner Zähne und anderer Fossilien gut geeignet.